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Die Masernimpfung zählt zu den wirksamsten Präventionsmaßnahmen der modernen Medizin. Dennoch hält sich hartnäckig die Frage, warum ein einmaliger Termin in der Arztpraxis nicht ausreicht. Der Grund liegt nicht in einer Auffrischung im klassischen Sinne, sondern in einer immunologischen Absicherung: Erst die zweite Teilimpfung schließt verbleibende Immunitätslücken und sorgt für jenen langfristigen Gemeinschaftsschutz, der den Ausbruch von Masern-Epidemien zuverlässig verhindert.
Bei der Masernimpfung handelt es sich um einen Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Viren. Das Immunsystem reagiert auf diesen Reiz mit der Bildung spezifischer Antikörper und Gedächtniszellen.
Um Säuglinge und Kleinkinder so früh wie möglich vor einer Infektion zu schützen, sieht der Österreichische Impfplan ein klares Zeitfenster für die Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) vor:
| Teilimpfung | Empfohlenes Alter | Zielsetzung |
| 1. Teilimpfung | Ab dem vollendeten 9. Lebensmonat | Frühestmöglicher Aufbau der Grundimmunität |
| 2. Teilimpfung | Mindestens 4 Wochen nach der 1. Dosis | Schließen verbleibender Immunitätslücken |
Hinweis für Erwachsene: Wer in der Kindheit gar nicht oder nur einmal geimpft wurde, kann und sollte die zweite Dosis in jedem Alter nachholen. In Österreich steht der MMR-Impfstoff an öffentlichen Impfstellen kostenfrei zur Verfügung.
Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten überhaupt: Eine einzige infizierte Person steckt in einer ungeschützten Umgebung im Schnitt 12 bis 18 weitere Personen an.
Um die Zirkulation des Masernvirus in der Bevölkerung vollständig zu unterbrechen und Menschen zu schützen, die aus medizinischen Gründen selbst nicht geimpft werden können (z. B. Säuglinge unter 9 Monaten oder schwer immunsupprimierte Personen), ist eine Durchimpfungsrate von mindestens 95 % mit zwei Dosen erforderlich.
Fazit
Die zweite Masernimpfung ist kein überflüssiger Zusatztermin, sondern der entscheidende Schritt zur Schließung individueller Immunitätslücken. Sie stellt sicher, dass nahezu 100 Prozent der Geimpften verlässlich geschützt sind, und leistet gleichzeitig einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz der gesamten Gemeinschaft.
Beitrag von Dr. Anne Stein, Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde, Allergologie
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